25. Mai 2023
GYM
Marseille: Das Tor zur Welt
Über Auffahrt 2023 war das Ergänzungsfach Geografie der Stufe GYM3 in Frankreichs Tor zur Welt. Marseille bietet einen kulturellen, politischen und städtebaulichen Einblick in die Herausforderungen einer globalisierten Welt.
Sophie Pärli von der 24g war dabei und berichtet weiter unten über ihre Eindrücke.
Über Auffahrt 2023 war das Ergänzungsfach Geografie der Stufe GYM3 in Frankreichs Tor zur Welt. Marseille bietet einen kulturellen, politischen und städtebaulichen Einblick in die Herausforderungen einer globalisierten Welt.
Sophie Pärli von der 24g war dabei und berichtet weiter unten über ihre Eindrücke.
Auf unserer fünftägigen Exkursion in die französische Hafenstadt Marseille haben wir nicht nur einen Einblick in die jahrhundertealte Geschichte, sondern auch in die Kultur Marseilles erhalten. Ich war sehr motiviert mehr über die frühere und heutige Bedeutung Marseilles zu erfahren, als was uns das Zitat des französischen Königs Henri IV. preisgibt: «Nur wer in Marseille regiert, kann in Frankreich herrschen». Beginnend mit einem mehr oder weniger anstrengendem Aufstieg zur Notre Dame de La Garde, hatte die Klasse die Gelegenheit die atemberaubende Aussicht über die Stadt - bis zu den Calanques auf der einen Seite und bis zum Industriehafen auf der anderen Seite - zu bewundern. Doch mit dem Anblick des ungefähr 600 m langem Hochhauses in der Nähe des Calanques-Felsmassivs, wurden uns zunehmend auch die Schattenseiten der Stadt vor Augen geführt (S. Bild unten), was sehr interessant und kulturell bereichernd war.
«Das Tor zur Welt», also Marseille, ist geprägt von verschiedensten Kulturen und Ethnien. Diese multikulturelle Stimmung konnten wir in allen Facetten im Quartier Noailles erleben, was mir persönlich einen langersehnten Wunsch erfüllt hat und sehr faszinierend war. Das Mittagessen an diesem Tag war neben Tauben verzehrenden Möwen aber eher ekelerregend als berauschend und wir machten uns so bald als möglich auf, um das architektonisch bemerkenswerte Gebäude von Le Corbusier, die Unité d'habitation, zu bestaunen.
Von dort aus hatten wir erneut eine beispiellose Aussicht, die dem Ausblick vom Belvédère de Sugiton, welchen wir am Tag zuvor besucht hatten, beinahe das Wasser reichte. Während die vielen Erlebnisse unsere Gesichter immer wieder zum Leuchten brachten, blieb der leicht unangenehme, manchmal erfrischende Regen bestehen. Am Samstag schliesslich, führten uns Herr Jungkunz und Herr Woern noch ins Euroméditerranée, das Quartier. Das Quartier ist auf jeden Fall sehenswert! Von dort aus haben wir uns zum ersten Mal dem Meer genähert und hatten Einblick in das Geschehen bei den Fähren, die sich beispielsweise nach Korsika, Sardinien oder Algerien aufmachten. Nach einem Besuch der berühmten Kathedrale Sainte-Marie-Majeure fiel mir dann die korsische Flagge an einer der Fähren ins Auge, die einem nur allzu deutlich daran erinnert, dass Marseille als Teil der Kolonialmacht Frankreichs nicht immer eine vorbildliche Rolle hatte. Mehr über die Region um Marseille erfuhren wir auch im MuCEM, dem Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeeres.
Unser Programm in Marseille bestand aber lange nicht nur aus geografischen Inputs der Schüler*innen und Aktivitäten, wir hatten auch viel Freizeit, welche wir nutzten, um die Kulinarik Marseilles auszutesten, die charmanten Läden im von Street Art geprägten Quartier «Le Panier» aufzusuchen und es uns abends in einer Bar gemütlich zu machen. Obwohl wir oft gefragt wurden, von wo wir kommen, war unser oberstes Ziel während unseres Aufenthalts uns so gut mit unserem Französisch durchzuschlagen, dass unser Gegenüber nicht auf die Idee kam, Englisch zu sprechen. Mit der Zeit gewannen wir etwas an Übung und wir verstanden – mit Ausnahme der schnellen TGV-Ansage – praktisch alles. So schnell wie wir mit dem Zug in Marseille ankamen, war auch schon wieder Zeit zurückzureisen und von der grössten Stadt der Provence an der Côte d’Azur Abschied zu nehmen. Mir bleiben aber viele schöne Erinnerungen an Marseille. Sei es im Quartier Noailles, in den Calanques oder in der Kulturatmosphäre «Friche la Belle de Mai», Marseille weist zahlreiche Besonderheiten auf und hat viele facettenreiche Aspekte, die teilweise nicht so offensichtlich wie in anderen europäischen Städten die urbane Region charakterisieren, aber dennoch Erstaunliches zum Vorschein bringen.
Sophie Pärli, 24g
Weitere Impressionen von der Exkursion finden sich hier.